August Kück und die Burger St. Nikolai-Kirche

Kueck August PortraitSpurensuche

August Johannes Kück wurde am 2. August 1893 in Kiel als Sohn des Ernst Anton Kück und seiner Gemahlin Friederike Wilhelmine geb. Buhmann geboren und starb in Landkirchen am 24.7.1960.

Henning Wolff (✝) schreibt in seinem Artikel 1959:
„August Kück hat es nicht leicht gehabt. Zwar wurde schon in frühen Jahren die Begabung Kücks erkannt, aber Anerkennung fand sie erst sehr spät. Die ersten öffentlichen Preise für Malereien lassen in dem lerneifrigen Schüler früh den Wunsch reifen, Kunstmaler zu werden. Aber die Zeit des ersten Weltkrieges und die nachfolgende Inflation unterbrechen die Ausbildung. Doch der Künstler gibt nicht auf."

Auch heute noch hängen in einigen fehmarnschen Stuben Werke von August Johannes Kück.

 


Ein kurzer Werdegang:
1913 wurde sein Plakatentwurf zur Kieler Flugwoche angenommen (Abb. Im Internet).
Am 15. Mai 1918 heiratete er in Landkirchen Ella Anna Dorothea Ehler, Tochter des Hermann Matthäus Ehler und seiner Ehefrau Marie Louise Wilhelmine geb. Kähler.

Mithilfe von Stipendien konnte Kück drei Semester an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studieren. Er erhielt erste große Aufträge zur Wiederherstellung der Kirche in Pellworm und zur Restaurierung der Kanzel und des Orgelprospekts in der Kirche zu Zarpen (Kreis Stormarn). Sein Förderer war Professor Sauermann.
1932 bis 1935 führte er die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr in Landkirchen (s. Internet)
1938 schrieb er den Aufsatz „Der grüne Brink", er erstellte den ersten Katalog der Blütenpflanzen auf Fehmarn „Flora von Fehmarn", den er 1951 ergänzte.
Auch wenn er als Kunstmaler nicht seinen Lebensunterhalt verdienen konnte, als Maler (Henning
Wolff: „Quadratmetermaler") konnte er neben seinem Beruf doch seinen Traum als Künstler umsetzen:
Auftragswerke in Form vieler Portraits, Landschaftsbildern (nicht nur von Fehmarn) und Restaurierungen in den Kirchen gaben ihm die Möglichkeit dazu.
Kück beherrschte wie kaum ein anderer das Vergolden (Polimentvergoldung): Nicht nur Zierteller bekamen durch ihn den nötigen Glanz, sondern auch Altäre und viele Epitaphe.
„Ein Maler der Stille", so nennt ihn Henning Wolff, der damalige Verleger des „Fehmarnschen Tageblatts" in seinem Nachruf 1960, und eher still und unauffällig sind auch seine Spuren in der Burger St.-Nikolai-Kirche: Erst nach genauem Hinsehen findet man die Zeichen, die „Meister Kück" bei seinen Arbeiten hinterlassen hat. Sein Name wird auch in den Quellen selten erwähnt.


Dennoch ist St. Nikolai geprägt von seinem Wirken.


Ein Ölbild vom Spender der Kirchenbänke F.W. Schumacher (Kück 1950) hing früher in der Kirche und befindet sich jetzt im Archiv. Seine Spuren in der Kirche, ein Rundgang:

  1. Kreuzigungsgruppe in der Turmhalle: farbliche Gestaltung der Ergänzungen wohl von Kück
  2. Epitaph von Benjamin Gloxin (AK 42)
  3. Mondsichelmadonna: restauriert (Strahlenkranz,... von Matthiesen, Vergoldung wohl von Kück)
  4. NO Windfang (früher Loge) vor der Übermalung um 1970 von Kück bearbeitet (AK)
  5. Oporinus-Epitaph restauriert (AK 41)
  6. kleiner Klappaltar von Matthiesen: Bemalung, sein Zeichen : AK 1948 (s.o.)
  7. Kugeln der Votivschiff-Aufhängung vergoldet (s. Trede)
  8. Hauptaltar: (s. Trede S. 42): „Es war von seinem alten braun übermalten Grund noch soviel vorhanden, dass Meister Kück genügend Anhalt hatte, um das Nötige zu ergänzen und darüber hinaus die Punzierung der Heiligenscheine wiederherstellen zu können."
  9. Tafel „Die Strafen Gottes" restauriert (AK 42)
  10. Rauert-Epitaph bearbeitet (AK 1942)
  11. Pries-Epitaph: Trede S. 16/17: Wie Meister Kück s. Z. feststellen konnte, befindet sich unter diesem Brustbild noch ein anderes, das einen Vergleich mit dem ersten aber bei weitem nicht aushält, weswegen man denn wohl auch einen zweiten, fähigeren Maler bemüht haben mag.
  12. Epitaph David Gloxin: wohl von Kück überarbeitet, (Vergoldung) - kein Zeichen.
  13. folgende Pastorenbilder weisen sein Zeichen auf: Thomsen (1940), Stresow (ohne Jahr, das Original des Bildes hängt in St. Petri, Landkirchen), Niese (1944), Otzen, Michler (1943?), Bielenberg, Schulze (1949)
  14. Orgelprospekt: siehe Text von Matthiesen in der Kanzeltür: „Farbe und Vergoldung gab Aug. Kück, Landkirchen"

Quellen:

  • Monatszeitschrift „Die Heimat", Artikel von Henning Wolff: August
  • Kück - „Ein Maler der Stille" (Interview) (Aug. 1959 S. 209ff),
  • Nachruf (1960 S. 308) (Kopie von Walter Meß, Landkirchen)
  • Stadtarchiv Burg: Standesamtliche Eintragungen
  • Enkel Bernd Eberhardt: Selbstportrait Kücks
  • Richard Trede, Die St. Nikolai-Kirche zu Burg auf Fehmarn,
  • 4. Neuaufl. 1985
  • persönliche Befragungen und Erkunden in der Kirche
  • Interneteintragungen

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Zusammengestellt von Peter Jirjahlke, Burg im August 2014

 

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