Chöre auf Fehmarn

Diese Aufstellung gibt einen Überblick über die "Chorlandschaft" auf der Insel
(es folgen Bilder und weitere Informationen)

Kirchenchöre/Kantoreien

Burg – St. Nikolai: Leitung Johannes Schlage
Landkirchen – St. Petri: Leitung Kathrin Kark
Petersdorf – St. Johannis: Leitung Christoph Jessen

Gospelchor fire&soul St. Nikolai: Leitung Johannes Schlage

Bläserchor St. Nikolai: Maren Wassermann

Posaunenchor St. Petri: Kathrin Kark

Kinderchor I
(für 5-jährige, 2. Klasse) St. Petri: Kathrin Kark

Kinderchor II
(3. bis 8. Klasse) St. Petri: Kathrin Kark
 

weltliche Chöre:

Gemischter Chor Westfehmarn: Leitung Peter Jirjahlke
Landfrauenchor: Leitung Ludmilla Gorbulin
Hausfrauenchor: Leitung Ludmilla Gorbulin

 

Petersdorfer Liedertafel
(Kassenbuch)
gegr. 6. Februar 1908
Kassenbuch bis 1916
letzte Eintagung 1.4.1922
(Protokollbuch)
Protokoll vom 3. Febr. 1914, 12. Februar 1921 (wegen Fortbestehens) dann erst wieder ein
Protokoll vom 5. März 1923:
Besprechnung über eine evtl. Umwandlung des Männer-Gesangvereins in einen gemischten Chor: Die aus nur 6 aktiven Mitgliedern bestenende Versammlung vertritt die Ansicht, dass der Männer-Gesangverein solange bestehen soll, bis sich herausgestellt hat, dass der sich in der vorigen Woche gebildete gemischte Chor als lebensfähig erwiesen hat.
(Mitgliederzahlen)

Sängerbund „Fehmarn“
(aus dem Protokollbuch)
gegr. 20. Februar 1927
1927 gehören dem Sängerbund an:
1. Burg a.F. Männergesangverein, Dirigent Volk, Burg, 40 akt. Sänger
2. Orth a.F. Gem. Chor „Volkslied“, Dirigent Stoffer, Dänschendorf, 28 Mitglieder
3. Dänschendorf, Gem. Chor von 1924, Dirigent Woebs, Dänschendorf, 29 Mitgl.
4. Petersdorf a.F., Gem Chor, Dirigent Kardel, Petersdorf, 27 Mitgl.
5. Landkirchen, Männergesangverein, Dirigent Kerkamm, 25 Mitgl.
6. Bannesdorf, Gem. Chor, Dirigent Butenschön B., 22 Mitglieder
1929 gibt es einen Singkreis in Burg, Dirigent: Volk
Bundes-Sängerfest in Bannesdorf am 7. Juli 1929 mit den Chören (lt. Zeitungsartikel):
Gem. Chor Petersdorf, Gem. Chor Dänschendorf, Landkirchener Männergesangverein, Burger Männergesangverein, Burger Singkreis und gem. Chor Bannesdorf (gegr. 1919).
Der Chor aus Orth wird zu letzten Mal 1929 erwähnt.

 

Zeitungsartikel Fehmarnsches Tageblatt:

Burg a. Fehm., den 26. September 1932

Das 5. Fehmarnsche Bundes-Sängerfest

liegt hinter uns. Mit ungemischter Freude kann man daran zurückdenken, brachte es doch durch nichts getrübte Stunden im Kreise von Menschen, die einmal von dem Niederdrückenden des Alltags mit seinen wirtschaftlichen Sorgen und seinen politischen Tohuwabohu sich loslösen und in der reinen, anmutenden Zone des deutschen Liederhains weilen wollten. Man muß es gesehen und gehört haben, wie diese Sängerveranstaltung bei vielen Festgästen aus allen Teilen unserer Insel innige und ungeteilte Freude am deutschen Volksliede ausgelöst hat, und zwar bei Angehörigen aller Berufsschichten, seien es Handwerker oder Arbeiter, Beamte oder Landleute, Frauen oder Männer. Nichts kann über den Erfolg der Sänger hinwegtäuschen, auch nicht der Umstand, daß wohl noch ungleich mehr Besucher unserer Stadt sich auf dem Festplatz in Burgstaaken eingefunden hätten, wenn von dort die Kunde gekommen wäre, daß eine riesengroße Keilerei mit ärgsten Beschimpfungnen im Gange sei. Mögen aus dem schönen Verlauf des gestrigen Festes dem deutschen Volksliede noch weit mehr Freunde und Förderer erwachsen und den fehmarnschen Gesangvereinen noch weit mehr männliche und weibliche Mitglieder zuführen als seither! Der Wettergott zeigte sich den Sängern gnädig. Gingen noch in der Nacht gewaltige Regenmengen hernieder und noch am Sonntag morgen selbst, so herrschte doch von vormittags 9 Uhr ab prächtiges Herbstwetter mit Sonnenschein.
Mit dem Extrazuge aus dem Westen trafen mittags gegeb ½ 1 Uhr die Gesangsvereinigungen aus Landkirchen, Petersdorf und Dänschendorf hier ein, herzlich begrüßt von den Burger Sangesbrüdern, die bereits die Bannesdorfer Sänger eingeholt hatten. Nach gemeinsamer Probe im Kaiserhof formierte sich gegen ½ 3 Uhr der Festzug der Sänger, die unter Vorantragen ihrer Fahnen nach den Märschen unserer Stadtkapelle zum Schützenhof auszogen. Dort entwickelte sich gar bald im Freien ein schönes Bild erwartungsfroher Menschen.
Im Namen des festgebenden Burger Männer-Gesangvereins begrüßte dessen Vorsitzender Herr Gustav Dettmar die Sängerinnen, Sänger und Sangesgäste und hieß sie herzlich willkommen. Gegenüber der Frage, ob es in heutiger Zeit angebracht wäre, derartige Feiern zu veranstalten, betonte Redner, daß es sich um die Pflege des deutschen Liedes handle, welches wesentlich mit dazu beitragen könne, die überspannte politische Atmosphäre herabzumindern.
In einer längeren Ansprache begrüßte im Namen des Fehmarnschem Sängerbundes dessen Dirigant Herr Kardell-Petersdorf alle Erschienenen, insbesondere auch die Vertreter der Stadtverwaltung Burg. Die nur wenig verhehlte Mißstimmung des Redners und ausgezeichneten Sangesbruders über das Fernbleiben unseres Stadtoberhauptes und seines Stevveltreters vom Sängerfest waußte alsbald der Stadtverordnete Herr Hugo Linden, der als Vertreter unseres beurlaubten Bürgermeisters sprach, in launiger Weise zu verflüchtigen. Er hieß die Sängerinnen und Sänger sowie ihre Gäste im Namen der Stadt herzlich willkommen. Ueberall wo Deutsche sind, höre und schätze man das deutsche Lied. Hoffentlich würde es auch dazu dienen, das deutsche Volk aus seiner inneren Zerrissenheit zu befreien und uns zusammenzuführen. Sein Hoch, das freudigsten Anklang fand, galten dem deutschen Lied und deutschen Wort sowie der deutschen Kunst.
Der Beendigung der Ansprachen auf dem grünen, sonnigen Plan und dem schönen Vortrag einer Konzert-Overtüre durch die städtische Kapelle, folgten alsbald die gesanglichen Darbietungen des Festes, die von vornherein den allerbesten Eindruck mit der Wiedergabe der weihevollen Klänge von Beethoves „Opferlied“ durch den Gesamt-Inselchor unter der feinsinnigen Leitung des Chormeisters van Weeren aus Bannesdorf machten. Tadellos rein und empfindungsvoll vereinigten sich die Stimmen der Sängerinnen mit denen der Sänger und kamen auch aufs innigste in Silchers lieblichen „Aennchen von Tharau“ zu Ausdruck. Zum Schluß brachte der Inselchor noch die volksweise „Was hab ich denn mein Feinsliebchen getan“ und Zöllners „Zum Tanz“ zu wirksamem Vortrag. Gemischte Gesamtchöre, die gleichfalls unter Leitung des Chormeisters Herrn van Weeren vorgetragen wurden, brachten innige und sinnige Volksweisen, ebenso die vier Männergesamtchöre unter Leitung des Chormeisters Herrn Glunz aus Landkirchen. Feinstens zur Geltung kam die Eigenart der verschiedenen Chormeister bei den Einzelvorträgen der dem Sängerbund angeschlossenen Vereine, so des Petersdorfer Gemischten Chors (Leitung: Chorm. Kardell) in Schuberts „Nacht“ und Nägelis „Lied vom Rhein“, besonders innig und klangschön der Dänschendorfer Gemischte Chor (Leitung: Chorm. Woebs) mit einem plattdeutschen Heimatlied und der Volksweise „Nachtigall“, der Männer-Gesangverein Landkirchen (Leitung Chormeister Glunz) mit Silchers „Abschied“ und mit Ploners „Hab mein Wage vollgeladen“. Aber auch die hiesigen Gesangskräfte brauchen ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Die Vorträge des Burger Singkreises unter seinem bewährten Chormeister Volk, und zwar Tanzchor aus „Wilhelm Tell“ und der „Walzerstrauß“ des Wiener Königs im Dreivierteltakt, beides mit Orchesterbeleitung, waren ausgezeichnete Darbietungen, denen gleich die übrigen Zuhörer auch die vielen sachverständigen Sänger, die selbst ihr Bestes geboten hatten, rückhaltlosen Beifall spendeten, ebenso dem festgebenden Vurger Männer-Gesangverein, der unter seinem Chormeister van Weeren flott den Torgauer Marsch sowie aufs stimmungsvollste mit Blasorchester-Begleitung Hoffmanns „Wieland der Schmied“ zu Gehör brachte. Das Einzige, was bei dem Vortrage der Burger zu wünschen übrig blieb, wäre eine Verstärkung der aktiven Sängerschaft. Wir hoffen, daß der sehr schöne Verlauf des gestrigen Konzertes den Anlaß zur baldigen Erfüllung dieses Wunsches geboten haben wird.
Gegen 6 Uhr erfolgte der Einzug der Sängerinnen und Sänger in die Stadt. Von abends 8 Uhr ab gab es dann noch Festbälle im Kaiserhof und bei Wissers, die zahlreich besucht waren und einen recht angenehmen Verlauf nahmen.
-------

Umbruch 1933: Mitgliederschwund (Parteiverpflichtungen, Fortzug von Chorleiter Volk): Der Männergesangverein und der Singkreis Burg, der Gesangverein Bannesdorf und der Männergesangverein Landkirchen gehen ein.
Der Sängerbund ruht 1936 und wird im Mai 1937 aufgelöst.
Wiederauflebung des Sängerbundes
Am 15.4.1950 findet die 1. Versammlung betr. Des Fehmarnschen Sängerbundes statt. Anwesend: Männergesangverein Burg, Singkreis Burg, Gemischter Chor Westfehmarn, und derGemischte Chor Dänschendorf. Die Gesangvereine Landkirchen und Lemkenhafen sind trotz Zusage der Einladung nicht gefolgt.
Die „Wiederauflebung“ scheint nicht gelungen zu sein: das Protokollbuch wird nicht mehr weiter geführt.

Burger Männergesangverein
(Quelle: Sammlung von Claus-Behrend Dittmer)
1843 Burger Männergesangverein von 1843

1924-1933

Burger Männer-Gesangverein von 1924
Beitragsbuch 1928 bis 1933
Mitgliederzahlen:
1928 sind 75 Namen aufgeführt (wohl aktive und passive),
1929: 32 aktive, 26 passive
1930: 40 aktive, 34 passive
1931: 32 aktive, 24 passive
1932: 22 aktive, 6 passive
1933: 28 aktive, 8 passive
1933 (Eintragung wohl von Ludwig Dittmer: „Von den Nazis verboten“)

1947-1953
Beitragsbuch 1947 bis 1953
Mitglieder
1947: 47 aktive
1948/49: 46 aktive
1950: 45 aktive
1951: 37 aktive, 10 passive
1952: 25 aktive
1953: Eintragung: „Schluss/ Kein Dirigent! / Strohbehn“

1987-2011
Burger Männer-Gesangverein: Neugründung am 23. Juni 1987
Leitungen: Christiane Kiel – Sun Ahrendt - Ludmilla Gorbulin (6 Jahre)
Auflösung im September 2011: Ein Nachfolger von Ludmilla Gorbulin konnte nicht gefunden werden.

Über uns

Mit dieser Website möchten wir Kunst und Kultur auf Fehmarn sichtbar machen, denn hier ist mehr los, als manch einer denkt!